Sie leuchten wie Sterne in der Dunkelheit

30.10.2026 | Tittmoning

Kolpingsfamilie gedenkt Frühverstorbener am Internationalen Gedenktag der Sternenkinder.

Zum Internationalen Gedenktag der Sternenkinder organisierte die Kolpingsfamilie Tittmoning die erste Gedenkfeier an dem im vergangenen Herbst eingeweihten Sternenkindergrab. Erste Vorsitzende Barbara Danninger begrüßte die Teilnehmer zu dieser würdevollen Andacht zur Erinnerung an die viel zu früh im Mutterleib oder bei der Geburt verstorbenen Kinder. Kinder, die von Herzen von ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern geliebt und erwartet waren und nun "in der Dunkelheit wie Sterne leuchten". Unter den Gästen der Gedenkfeier auf dem Städtischen Friedhof begrüßte Danninger neben Vertretern der Stadt Tittmoning auch den Kolping-Bezirksvorsitzenden Hans Pauli.

Der Verlust eines Kindes gehört zu den tiefgreifendsten Erfahrungen, die Eltern und Familien machen können. Besonders weil das verstorbene Kind für Außenstehende kaum sichtbar war, während es für die Eltern von Anfang an Teil ihres Lebens war. Der Internationale Gedenktag der Sternenkinder gibt dieser Verbindung einen festen Platz im Kalender. So wird der 15. Oktober zu einem besonderen Tag für betroffene Familien, die mit dem Gedenktag eine Stimme erhalten und gesehen werden.

Er schafft Raum für Erinnerungen, Trauer und soll in der Öffentlichkeit das Bewußtsein für zu früh verstorbene Kinder wecken.

Mit einem Gebet eröffnete Stiftsdekan Gerhard Gumpinger die Gedenkfeier. Die Mitglieder des Sternengrab-Arbeitskreises Monika Lechner und Norbert Köpferl führten mit vorgetragenen Gedanken und Gedichten durch die Gedenkfeier. Im Mittelpunkt standen verstorbene Kinder, ihre Familien und die Frage, wie Trauer sichtbar werden kann, ohne sie zu bewerten oder zeitlich zu begrenzen. Lechner und Köpferl widmeten sich insbesondere den Teilnehmern, welche die Sehnsucht nach ihren geliebten Sternenkindern vereint und die Solidarität und Verbundenheit mit den Menschen in ihrem Umfeld suchen. Hinterbliebenen, welche die Dunkelheit nicht nur außen, sondern auch in ihren Herzen erleben, forderten sie auf, an dem Licht in der Schale am Sternenkindergrab eine kleine Kerze anzuzünden. Auf diese Weise wurde an die Sternenkinder erinnert und ihr Schicksal nach außen sichtbar gemacht. Denn nach den von Monika Lechner vorgetragenen Gedanken "verlässt ein Sternenkind die Erde viel zu früh, aber nie die Herzen derer, die es lieben". Auch wenn das leibliche Kind nicht mehr greifbar sei, werde weiter eine Beziehung mit dem Kind gelebt. Dieser Verbindung wurde auch in den Fürbitten gedacht. In einer anschließenden Gedenkminute wurde es andächtig an dem mit warmweißer Beleuchtung inszenierten Sternenkindergrab. Nachdem der Chor "Belcanto" unter der Leitung von Barbara Danninger die Gedenkfeier mit dem Lied "Meine Seele ist Stille in Dir"

eröffnet hatte, sorgten die Sänger auch im weiteren Verlauf der Gedenkfeier für bewegende Momente. Begleitet von Querflöte und Gitarre erklangen die Lieder "Sei behütet auf deinen Wegen" und "In der Liebe werden wir uns finden und wirklich sein".

Als Andenken an die erste Gedenkfeier am Tittmoninger Sternenkindergrab wurden kleine Papierrollen mit dem vorgetragenen jüdischen Gedenk-Gebet verteilt. Stiftsdekan Gerhard Gumpinger erteilte zum Abschluss der Gedenkfeier den Segen. Schließlich kündigte die Kolping-Vorsitzende Barbara Danninger als Zukunftsidee an, den Gedenktag für Sternenkinder ab sofort jährlich mit einer Gedenkfeier am Sternenkindergrab am Städtischen Friedhof in Tittmoning zu zelebrieren.

 

Dorothee Englschallinger
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Fotos: Kolpingsfamilie Tittmoning

Kolpingsfamilie Tittmoning