Zum "Instrumentum Laboris": Lösungen

08.07.2015 | Kommission Familienpolitik

Roswitha Bendl ist Vorsitzende der Kommission "Familienpolitik" im Diözesanverband und Mitglied im Bundesfachausschuss "Ehe, Familie, Lebenswege". In der aktuellen Ausgabe der Münchner Kirchenzeitung bezieht sie Stellung zum "Instrumentum laboris".

"Mut tut gut!" Dieses Kolpingmotto fällt mir spontan zum Arbeitsdokument ein. Eine Synode zum Thema 'Familie' so vorzubereiten, wie es bisher geschehen ist, ist ein Novum und ist mutig. So wurden nicht nur die Ergebnisse der Beratungen von 2014 vorgelegt, sondern auch die der Umfragen zum Thema, an der sich jede/r beteiligen konnte. Das Versprechen, alle Stellungnahmen als mögliche Quelle für die Beratungen zu sehen, muss eingehalten werden. Dann ist diese Herangehensweise im wahrsten Sinne des Wortes "katholisch" und gleichzeitig eine riesige Herausforderung.

Im Kolpingwerk wissen wir aus Erfahrung mit Partnerschaften in vielen Ländern: sich einzulassen auf das, was Katholiken in anderen Teilen der Welt denkenn, hilft immer wieder, über den deutschen Tellerrand hinaus zu schauen und zu lernen: Ansichten, Ängste und Zeitgeist können sehr verschieden sein. So werden uns die Wortmeldungen zum Thema Familie, zum Beispiel aus Afrika, den Philippinen oder Polen schnell daran erinnern, dass die westeuropäische Sicht nicht 'alleinseligmachend' ist. Kolping als 'Anwalt der Familien' vertraut darauf, dass es bei der Synode darum geht, die Nöte der Menschen und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Kirche muss lautstark existentielle Nöte von Familien zum Thema machen und über Lösungen beraten, damit zum Beispiel der drohenden Verarmung und Diskriminierung Kinderreicher Einhalt geboten wird. Aus Sicht vieler Deutscher müssen natürlich die Fragen des Umgangs mit wiederverheiratet Geschiedenen oder der Möglichkeit einer Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften dringen gelöst werden. Für die Betroffenen, die sich ihrer Kirche zugehörig fühlen wollen bzw. die ihr Leben ausdrücklich unter Gottes Segen stellen wollen, ist dies wünschenswert. Beten wir, dass es gelingt, pastorale Lösungen zu finden, die sowohl den Erwartungen als auch den Vorbehalten Rechnung tragen."

           Quelle: Münchner Kirchenzeitung, 2015, Nr. 27, S. 4

 

Roswitha Bendl
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