Brot werden für andere

05.06.2026 | Geistlicher Impuls von Präses Christoph Wittmann

Das Fronleichnamsfest ist ein Fest, an dem viele in der Vorbereitung und Durchführung mitwirken, damit der Glaube sichbar wird - vor allem in Zeiten, in denen wir Christen immer weniger zu werden scheinen.

Kardinal Reinhard Marx hat dies in seiner Predigt auf dem Münchner Marienplatz ausgedrückt und gleichzeitig mit dem Apell verbunden, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen sollen. Nur so können wir etwas erreichen und für andere da sein.

"Dasein für andere" ist eine zutiefst christliche Haltung. Sie verlangt nicht, seine eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen und sich ganz für andere aufzugeben. Aber sie erfordert einen wachen Blick für andere und gleichzeitig auch, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und Gesellschaft aufzubauen und die Schwachen im Blick zu haben. Damit gehen wir über das reine Mitgefühl hinaus und übernehmen Verantwortung dort, wo unsere Hilfe gebraucht wird.

Adolph Kolping sagt dazu: "Wo Liebe ist, da muss sie sich auch in der Tat und Wahrheit wirksam zeigen." Die Liebe empfangen wir von Gott, der selbst die Liebe ist. Und die Kraft zur Tat schenkt er obendrein. Jesus Christus ist die fleischgewordene Proexistenz (Dasein für andere). Das feiern wir an Fronleichnam, wenn wir bekennen, dass er sich im Brot zur Speise gibt für alle. 

"Tut dies zu meinem Gedächtnis", sagt Jesus im Abendmahlssaal. "Werdet Brot für andere, so wie ich" ist sein Auftrag an uns für heute.

Präses Christoph Wittmann
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Bild: Sylvio Krüger, in: Pfarrbriefservice.de