Benefizkonzert für Ecuador

13.06.2016 | Hilfe für Ecuador

Die Kolpingsfamilie Tittmoning veranstaltete am Sonntag, 5. Juni ein Benefizkonzert in der Klosterkirche.

Für die Erdbebenopfer in Ecuador und die Opfer der Flutkatastrophe in Niederbayern veranstaltete die Kolpingsfamilie Tittmoning ein Konzert in der Klosterkirche. Die Mitwirkenden, der Kirchenchor Kirchheim und der Stiftschor Tittmoning unter der Leitung von Gabriele Obermaier, der Chor  „Belcanto“ unter Leitung von Barbara Danninger, am Klavier begleitet von Josef Fenninger und die Trommlergruppe MAMAYA aus Asten geleitet von Sandra Schild boten den zahlreichen Zuschauern ein feines musikalisches Programm.

Dank der großen Spendenbereitschaft konnte am Ende des Abends der stolze Betrag von 2.300 Euro erzielt werden. 

Nach dem beschwingten afrikanischen Begrüßungslied „Jambo bwana“ bei dem die sowohl die Chöre aus Tittmoning und Kirchheim und der Chor Belcanto, mitreißend begleitet von der elfköpfigen Trommeltruppe mitsangen, begrüßte Norbert Köpferl, 1. Vorsitzender der Kolpingsfamilie Tittmoning begrüßte die Gäste und machte darauf aufmerksam, dass während des Konzertes Bilder der Naturkatastrophe gezeigt  werden, um Eindrücke über das Ausmaß der Naturkatastrophe zu verschaffen. Norbert Köpferl berichtete, dass die Vorstandschaft sich spontan entschlossen habe, den gleichen Betrag, der für die Opfer der Erdbebenkatastrophe gespendet werde, für die Betroffenen der niederbayerischen Flutkatastrophe aus der Kolpingkasse aufzubringen. Außerdem hatte sich die Diözesanverband in München dazu bereiterklärt den Betrag der für die Erdbebenopfer gespendet werde, in gleicher Höhe dazuzugeben.

Michaela Vollei (Mitglied im Diözesanvorstand) erklärte dazu, dass bisher auf Diözesansebene 22.000 Euro gespendet worden seien. „Jeder soll nach seinen Möglichkeiten spenden“ erklärte sie.

In den musikalischen Beiträgen zeigten die Chöre ein äußerst abwechslungsreiches Programm: Der Chor Belcanto präsentierte äußerst melodiös und mit schönen Soli, Gospel, christlichen Pop „The Rose“ von Amanda McBroom,  Lift up your heart (Sally DeFord) und „Steig auf den Baum“ von Kathi Stimmer-Salzeder. „Dank sei dir“ des berühmten Komponisten Georg Friedrich Händel,  und Welthits, wie „ Hym“, von Barclay- James Harvest oder das oft kopierte „Halleluja“ von Leonard Cohen, hier in einer mehrstimmigen  Version. Die Gruppe „MAMAYA“ mit Trommeln, Rhythmusinstrumenten, Glockenspiel und Marimba zeigten virtuos und gekonnt ihre Trommelkünste in den klangvollen Stücken „nyabinghi“ „djole“, „wakayouyou“ und dem ganz besonders kraftvoll- eindringlichen „Mainstorm“. Die Kirchenchöre Tittmoning und Kirchheim brachten neben getragenen Stücken „Ave verrum“ von Edward Elgar, dem „ O salutaris hostia“ von Charles Gounod, der Komposition von Wolfram Menschick, „ Gott hat seinen Engeln befohlen“, dem „jubelnden“  Psalm 99 von Max Eham „ganz klassisches Kirchenliedgut“ zu Gehör.  Im schwungvollen „In dir ist Freude in allem Leide“, von Giovanni Gastoldi. Mit dem Gloria und dem Agnus Dei von Christopher Tambling, sangen die beiden Chöre die harmonische, zeitgenössische  Komposition des 1964 geborenen Briten. Das Publikum genoss sichtlich das abwechslungsreiche Programm, Sinnbild des Lebens in seiner Zusammenstellung: Von fröhlich und lebensbejahend, bis hin zu nachdenklich, depressiv oder aufwühlend.

In der Nacht vom 16. auf den 17. April ereignete sich ein Erdbeben mit der Stärke von 7,8 auf der Richterskala in der Küstenregion Ecuadors. Besonders betroffen wurde dabei die Stadt Portoviejo in der Region Manabi. Über 570 Menschen starben dabei, Tausende wurden verletzt. Hunderte Menschen sind obdachlos geworden. Seit 25 Jahren besteht eine Partnerschaft wischen dem Kolpingwerk München und Freising und dem Kolpingwerk Ecuador. Eine Abordnung des ecuadorianischen Kolpingwerkes besuchte die Tittmoninger Kolpingsfamilie im Rahmen ihres Deutschlandbesuches im vergangenen Herbst. In Briefen per E-mail informierte Jorge Sanchez, Jugendreferent des Kolpingwerkes in Ecuador in der Region Manabi die Freunde in Deutschland über die Ereignisse nach der schrecklichen Naturkatastrophe. Lukas Ostermayer und Michaela Vollei lasen, umrahmt von den Musikbeiträgen die eindringlichen Briefe vor.

Herrschte in Tagen direkt nach der Katastrophe noch blankes Entsetzen „ die Stadt hat sich verwandelt“, „Berge von Schutt“, „Unerträglicher Leichengeruch“, „die entsetzlichen Schreie der verletzten oder unter Trümmern liegenden Menschen“, so ist Jorge Sanchez in den Tagen danach hin- und hergerissen zwischen der Angst vor weiteren Nachbeben oder dem Schmerz über den Verlust von Freunden. Er vermittelt die Niedergeschlagenheit, über die schrecklichen Verwüstungen, über die Lebens verändernde Katastrophe, auf die keiner vorbereitet sein kann. Doch es keimt auch Hoffnung. Trotz des Schlafens auf blanker Erde, der Beschädigung des Kolpinghauses, ist man froh, dass keine Kolpingmitglieder vor Ort unter den Toten zu beklagen sind, dass ganz allmählich wieder Normalität einkehrt: „Ampeln leuchten wieder“, Apotheken öffnen“ und Solidarität ist zu spüren. Jorge Sanchez bedankt sich bei allen für die Hilfen, die Gebete: „Man weiß, dass man nicht alleine ist. Wir sind Kolping, wir sind Geschwister und Kinder Gottes.

Alle zusammen beteten das Partnerschaftsgebet mit Kolping in Ecuador.

Mit dem Segen, gespendet von Stiftsdekan und Präses Pfarrer Gerhard Gumpinger und dem gemeinsam, von Chören und Gästen gesungenem Schlusslied von Clement Scholefield „ Du lässt den Tag, o Gott nun enden“ ging der musikalische Abend für einen guten Zweck zu Ende.

Ruth Baumann
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Zahlreiche KonzertbesucherInnen folgten der Einladung in die Klosterkirche.
Unterschiedliche Chöre und Musikgruppen gestalteten ein abwechslungsreiches Benefizkonzert.

Kolpingsfamilie Tittmoning